06 - Der Bahnhof Velpke 01
Der Bahnhof in Velpke hatte eine wechselvolle Geschichte!
Begonnen hatte alles am 08.06.1897.
An diesem Tage wurde der Bau der Strecke Oebisfelde – Schandelah lt. Gesetz behördlich genehmigt. Für die 20,4 km lange Bahnlinie wurden Baukosten von insgesamt 2.555.000 Mk. veranschlagt. Die Trasse wurde so angelegt, dass sie auch durch Velpke führte. Am 01.10.1902 wurde nach dreijähriger Bauzeit die Strecke dann feierlich eröffnet und ihrem Zweck übergeben! Mit ein Grund dass Velpke Bahnstation wurde, war mit Sicherheit das Vorhandensein der zahlreichen Steinbrüche. Insgesamt waren es ca. 130! Von den Steinbrüchen aus führten Schmalspurgleise zur heute noch vorhandenen, 440 Meter langen, Verladerampe (Bild).
Bereits am 20.04.1903 wurde ein Schreiben an das „Herzogliche Braunschweigisch-Lüneburgische Staatsministerium verfasst, in dem darum gebeten wurde, die Bahnstation Velpke, in Velpke (Braunschweig) umzubenennen. Somit sollte eine Verwechselung mit der Station Völpke an der Bahnstrecke Eilsleben – Schöningen verhindert werden (Dokument 1).
Dieses Gesuch wurde dann mit einem Rückschreiben vom 29.05.1903 genehmigt und trat zum 01.07.1903 in Kraft (Dokument 2).
Im November 1913 war der zu diesem Zeitpunkt aktuelle Regent des Herzogtums Braunschweig, Herzog Ernst-August mit seiner Gemahlin Herzogin Victoria Luise v. Braunschweig (Tochter Kaiser Wilhelms II.), in Velpke zu Gast!
Erst über 40 Jahre später, setzte sich der Bahnhof eher unfreiwillig wieder in Szene! Der zweite Weltkrieg war verloren und Deutschland wurde in einen Ost- und Westsektor aufgeteilt...nein...zerteilt!
Somit wurde Velpke im Mai 1945 zum Grenzbahnhof, weil der Streckenabschnitt zwischen Velpke und Oebisfelde von der besagten Teilung betroffen war (Karte)!
Von diesem Zeitpunkt an mussten die Züge in Velpke kopfmachen!
Dieser Zustand sollte bis zum 17.05.1953 andauern. Dann nämlich fuhren zum Fahrplanwechsel die Züge auf dem alten Streckengleis über Velpke hinaus, zum 2,7 km entfernten, provisorisch errichteten Haltepunkt Grafhorst (Fahrplan).
Doch dieses Provisorium war nicht von langer Dauer. Bereits zum 02.10.1955 wurde die „Velpker Schleife“ dem Verkehr übergeben (Bild) ►(Zeitungsbericht). Somit bestand auch für Velpke wieder Anschluss an die Hauptbahn Hannover - Stendal/Magdeburg. Kurios an dieser neuen Verbindung war, dass man Braunschweig nicht nur wie gewohnt über Schandelah erreichen konnte, sondern von nun an auch die Möglichkeit bestand, über Vorsfelde/Lehre nach Braunschweig zu reisen!
Besonders Velpker Mitbürger und Schüler, die in Vorsfelde oder Wolfsburg arbeiteten bzw. zur Schule gingen, nutzten rege die neue Verkehrsanbindung.
Im Laufe der Jahre, machte der immer stärker werdende Individualverkehr der Schiene zu schaffen. Immer mehr Leute fuhren mit dem eigenen PKW! Dieses Verhalten blieb nicht ohne Folgen. Die Strecke Schandelah – Vorsfelde wurde am 28.09.1975 für den Personenverkehr stillgelegt.
Somit wurde auch der Velpker Bahnhof nicht mehr von Reisezügen angefahren und das noch vorhandene Personal abgezogen. Fast zeitgleich wurde das Bahnhofsgebäude an eine Privatperson verkauft.
Nur am 30.05.1985 kam noch einmal ein Personenzug nach Velpke! Es handelte sich hierbei um einen Sonderzug, anlässlich einer Abschiedsfahrt der Baureihe 612/613 (Bild)!
Lediglich für den Güterverkehr, war der Bahnhof bis 1988 noch von geringer Bedeutung.
Manchmal wurden auch nicht benötigte Güterwaggons im Bahnhof abgestellt.
Anfang/Mitte der 1990er Jahre, wurden die Gleisanlagen rückgebaut.Das Gelände wurde veräußert und teilweise neu bebaut (Bild)!

